Mittwoch, 15. Oktober 2014

Mittelerde: Mordors Schatten

http://www.amazon.de/Warner-Bros-Mittelerde-Mordors-Schatten/dp/B00GZ2SP2M/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1413384192&sr=8-2&keywords=Mittelerde%3A+Mordors+Schatten




GENRE
Action
PLATTFORM
PC
PEGI
ab 18 freigegeben






 In die Tiefen der Dunkelheit
Das nach Kadavern stinkende Land ist von Orks überflutet. Deine Gedanken sind wie weggeblasen, dein Herz in tausend Splitter gesprungen, während dir rostrotes Blut aus der Kehle rinnt und dir die Luft zum Atmen nimmt. Durch deinen Tränenschleier kannst du nur noch die Umrisse zweier Gestalten erkennen, die unnatürlich zusammengekrümmt zu deinen Füßen liegen. Zwei Gestalten, für die du alles getan hättest. Nun wird aber gleich alles vorbei sein – kein Schmerz, kein Leid werden dir je wieder etwas anhaben können.

In der Story von Mittelerde: Mordors Schatten dreht sich alles um Talion, einen Waldläufer aus Gondor, der durch einen ausgesprochenen Fluch von einem Anhänger Saurons Armee an die Welt der Lebenden gebunden wurde und nicht ins rettende Jenseits entfliehen konnte. Denn dort warten Talions Frau und Sohn, die kurz davor brutal abgeschlachtet wurden. Wegen ihres gemeinsamen Schicksals, heftet sich jedoch der Geist eines Elbenkönigs an die Fersen des Waldläufers, der Mittelerde selbst schon seit Jahrtausenden heimgesucht hat und ebenso nach Vergeltung dürstet.

Die Geschichte erzählt die Ereignisse zwischen Der Hobbit und Der Herr der Ringe, als Sauron nach seinem ersten Falls wieder Macht erlangte und eine Armee aus Orks und Uruk-hais um sich scharte. Nachdem Talion, der letzte Wächter des Schwarzen Tors, nun andere Ziele verfolgte als den Durchgang zu verteidigen, stand es für Sauron und andere dunkle Gestalten vollkommen offen, was dazu führte, dass Orks und Uruk-hais im ganzen Land Lager aufbauten und sich menschliche Sklaven hielten.


Same same but different?
Mittelerde ist in verschiedene Gebiete aufgeteilt, die es zu erkunden gibt, während man eine Mission erledigt oder einfach mal so nebenbei. Um Talion aber nicht immer von Norden nach Süden oder Osten nach Westen rennen zu lassen, gibt es silbern schimmernde Geistertürme, die der Waldläufer erklimmen und durch einen gewaltigen Hieb freischalten muss um nun die Schnellreisen in Anspruch zu nehmen. Dieses Verhalten, und auch das erklimmen so mancher Bauten und Felsen, erinnert stark an die Assassins Creed Reihe, denn Talion bewegt sich genauso geschmeidig wie es die alten Assassinen oder Templer getan haben. Ebenso verhält es sich mit den Versteckmöglichkeiten, denn während sich der Held in Assassins Creed unbemerkt auf eine Bank setzten oder sich in einem Gebüsch verstecken konnte, hat auch Talion die Möglichkeit sich in einem Gestrüpp in Mordor vor Feinden unsichtbar zu machen. Die Orks und Uruk-hais sind dabei auch nicht gerade sehr schlau, denn auch wenn sie den Waldläufer erblickt haben, muss man ihn nur an ein Gebäude hochklettern lassen um die Gegner glauben zu lassen, Talion wäre aus dem Gebiet geflüchtet. Dabei hört man nicht selten Sprüche von Orks wie: „Das muss ich mir bloß eingebildet haben.“

Mordor ist eine offene Welt und als Talion kann man sich aussuchen, ob man eine der wenigen zwanzig Hauptmissionen spielen will, oder doch lieber mal ein paar Nebenmissionen in Angriff nimmt um mehr von dem Spiel zu haben. Dabei ist das Spieleprinzip eigentlich immer das Gleiche: Um dem Waldläufer seine Rache näher zu bringen muss man vier Häuptlinge töten, die jedoch von so manchen Orks beschützt werden. Dabei gilt es aber vorsichtig zu sein, denn sobald Talion besiegt wird, steigt derjenige auf, der dies geschafft hat.

Hier kommen wir gleich auch schon zum Herz des Spiels: Das Nemesis-System. In Mittelerde: Mordors Schatten löst jede Handlung Talions eine Gegenhandlung aus. Das bedeutet, dass ein Ork, der Talion schon mal besiegt hat, sich auch an den Waldläufer erinnert und ihn dementsprechend bei der nächsten Begegnung begrüßt. Verwundet Talion diesen oder andere Gegner dann aber durch eine Explosion, wodurch der Feind aber nicht stirbt, taucht dieser bei einem erneuten Zusammentreffen dann mit Brandwunden auf Gesicht und Körper auf. Das sind aber nur die Anfänge des Nemesis-Systems. Wenn du stirbst bekommt der Ork, der dich erledigt hat, einen Platz in Saurons Armee. Auf einer Art Schachbrett beginnen sich nun die Figuren zu bewegen, die in der Armee in einem ständigen Machtkampf stecken, wodurch neue Handlungen hervorgerufen werden. Besiegt ein Hauptmann den anderen, gewinnt dieser an Macht zu und steigt im Rang. Durch den Geist hat Talion die Kraft seine Gegner mittels Handauflegen zu verhören um so die Aufenthaltsorte und Stärken und Schwächen der Häuptlinge zu erfahren. Im späteren Spielverlauf kann sich der Waldläufer mit dieser Kraft ebenfalls eine eigene Armee aus Orks erschaffen, indem er sie Brandmarkt und sie so die Seite wechseln.

Während also manches an Assassins Creed anderes aber eher an die Arkham Serie von Batman erinnert, wenn man sich das Kampfsystem anschaut, hält der Titel doch einige Neuerungen bereit. Wer sich als Batman also immer gern mal in Häufchen von Gegnern geschmissen hat, kann sich hier auf wahre Kombo-Freuden gefasst machen. Talion selbst ist aber eher ein flacher Charakter, der mich trotz schwerem Schicksal nicht fesseln konnte und auch die Geschichte tritt stark in den Hintergrund, was ich stark bekritteln muss. Ob der Titel also einen Wiederspielwert hat, muss jeder für sich selbst beantworten. Für mich reicht das einmalige, aber doch auch spaßige zocken.

r[h]ealized dankt Warner Bros. herzlichst für die Bereitstellung dieses Produkts.

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